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Virtual tasting: Mackinlay Rare Old

Another one: Virtual tasting #3: ein ganz besonderer Tropfen, den wir Euch diesmal vorstellen wollen. Wir sprechen von der Replika des Mackinlay Rare Old Scotch. Dieser Whisky wurde von Sir Richard “the nose” Paterson sozusagen nachgebaut. Die Vorlage war ein Whisky, den Ernest Shackleton Anfang des 20. Jahrhunderts auf seine berühmte Antarktis Mission mitgenommen hatte. Diese stand ja nicht unter dem allerbesten Stern und es mussten in einer Schutzhütte neben anderen Gegenständen auch einige Flaschen zurückgelassen werden. Diese wurden dann 2007 wiederentdeckt und die Firma Whyte&Mackay, in welcher die Marke Mackinlay aufgegangen war, beauftragte eben nach Laboranalysen deren Master Blender Paterson mit dieser Replica. Hier findet Ihr eine Werbe Doku zu der recht gut gemachten Marketing Kampagne. Wir verkosten die erste Version Namens Discovery, die nachfolgende “The Journey” war nicht ganz so gut wie die erste und besonders die jetzt im Travel Retail Segment erhältliche neue “Shackleton” Version darf mit Fug und Recht als schwach bezeichnet werden. Nicht so der Erstling, von dem wir lange keine Flasche unter die Finger bekommen hatten und eigentlich die Hoffnung schon aufgegeben hatten, den noch jemals zu vernünftigem Preis verkosten zu können. Vor nicht allzu langer Zeit hat es dann doch noch bei einer Auktion geklappt und wir haben eine dieser auch optisch im alten Stil gehaltenen Flasche ersteigert.
Das ganze ist ein Blended Malt, samt Anteilen von raren Glen Mhor Whiskys, Dalmore, Pulteney und Jura sind als Hauptmarken der Firma natürlich auch mit von der Partie, ansonsten unter anderen auch Benriach, Mannochmore, Tamnavulin. Es finden sich in der Komposition Malts mit Lagerzeiten zwischen 8 und 30 Jahren, vermählt in Sherry Fässern und abgefüllt mit 47,3%. Genug des Vorgeplänkels, also los!

Nase: sanfter Torfrauch samt etwas Fleischigkeit, etwas bittere getoastete Eichenholznoten gleich dahinter, ausbalanciert durch fruchtige Süße. Ein wenig Heu und Heidekraut liegt auch noch auf dem Mälzboden herum.

Geschmack: sehr öliger Antritt, mit leichter Süße, Pfeffer und etwas frischen Minzenoten, wird deutlich bitterer als die Nase vermuten lässt, aber gerade noch nicht unangenehm, die deutliche Eichenholzfracht unterlegt mit etwas Zimt und Asche

Abgang: Asche bleibt, dazu Karamellnoten und Vanille, knochentrockene Eichenholzaromen mit einem Hauch Tabak und Nussigkeit

mit etwas Wasser: definiertere Fruchtnoten (Ananas, Citrus), mehr Pfeffer, auch schon in der Nase. Fast schon zu viel Holz, im Abgang leicht schräge Grasigkeit

Gesamteindruck: ohne Wasser ein wenig ausbalancierter, erinnert etwas an längst vergangene alte Highland Park Abfüllungen. Sehr spannend! Und zumindest die Clubmitglieder werden Gelegenheit bekommen nachzuverkosten!