Schlagwort-Archiv: Ardbeg

Virtual tasting (Quick)

Es war wieder mal soweit: der Ardbeg Day ging über die Bühne (diesmal auch virtuell mit div. Aktivitäten im Web) und die Flaschen der diesjährigen Sonderabfüllung (die auch gleich das 20 jährige Bestehen des Ardbeg Committees feiert) im general release sind verfügbar, daher wollten wir Euch unsere ersten Eindrücke nicht vorenthalten. Somit ein (quickes) virtual tasting #4.
Was kam da diesmal für den “Blaaack” – wie er genannt wurde – in die Flasche, bei Ardbeg? Wie üblich gab’s viel marketing fuzz und wenig Substantielles zu erfahren, vor allem wieder keine Altersangabe. Die Reifung erfolgte diesmal auch in Ex-Pinot Noir Fässern, die aus Neuseeland herangeschafft wurden. Abgefüllt wurde mit 46% und wie bei Ardbeg dankenswerterweise üblich ohne Kühlfiltrierung und Nachfärbung. Mehr wissen wir nicht, damit zum tasting!

Nase: gleich mal der typisch süß-fleischige Ardbeg Rauch, mit Teer und Leder, hier aber schön ergänzt durch die durchaus deutlichen Einflüsse der speziellen Fässer: rote Früchte (Kirsche, Waldbeeren und etwas schwarze Johannisbeere) sowie spürbare Tannine. Später kommt noch Vanille und Schokobanane dazu.

Geschmack: zu den Aromen der Nase kommt am Gaumen noch ein nussiger Anklang dazu (Mandeln?). Außerdem schieben sich mehr die Holznoten in den Vordergrund, natürlich angekohlt. Etwas Anis und Salzigkeit.

Abgang: Mineralisch-salzig bleibt schöner Holz-Rauch stehen, begleitet von Chili und Pfeffernoten, Espresso und noch einem Hauch Bitterschoki.

Gesamteindruck: Ihr könnt schon herauslesen: er hat uns gefallen der “Blaaack”, harmonisch ist er und Trinkspaß weiß er zu bereiten. Einerseits typisch Ardbegisch kommt er daher, dann wieder auch gar nicht. Sicher einer der besseren in der Serie der Ardbeg Day Bottlings. Und – besonders mit dem heurigen Preisanstieg auf rund 130€ – zu teuer für’s Gebotene. Das Moet Hennesy marketing fuzz Problem also, wieder mal.
Kommt demnächst zu den langsam wieder anlaufenden “maltfriends” Tastings… Slainthe!



Virtual tasting

In dieser offenbar noch länger andauernden Verkostungslosen Zeit, dachten wir, wir teilen ein paar Eindrücke mit Euch, damit Ihr inzwischen a bissl was zum lesen und eventuellen nachverkosten habt. Wir starten diese Rubrik mit was Neuem, das trotz der Umstände gerade den Weg zu uns gefunden hat. Und – davon sind wir überzeugt, soviel soll schon verraten sein – sicher seine Fans finden wird, wenn wir es dann hoffentlich bald mal auch live “in echt” vorstellen können.

Es geht um den neuen jungen Wilden aus dem Hause Ardbeg, den 5 jährig abgefüllten “wee beastie”, der hauptsächlich in Ex-Bourbon Barrels lagerte, mit einem kleinen Anteil beigemischter Ex-Oloroso Sherry Casks. Die Alkoholgradierung ist mit 47,4%vol schon wieder mal so eine “cask strength – look alike” Abfüllung, aber wer von uns Whisky-Geeks will da schon jammern, wenn neben “non chill filtered” immerhin ein bissl mehr Alkoholstärke in die Flasche kommt, runterwassern geht ja dann immer noch :-). Soviel zu den hard facts, kommen wir zur Verkostung.

Nase: überraschend süß, deutlich rauchig-teerig, ein Hauch von roten Beeren, etwas Vanille und Citrus, ein zarter Eindruck frischer Äpfel.

Geschmack: ordentlich Pfeffer, leicht salzig, dann wieder die Süße, aber zurückhaltender, insges. mehr Bourbon-driven: Vanille, leicht karamellisierter Zucker, etwas Malz, fleischiger Rauch!

Abgang: nach und nach etwas mehr Fasswürze und Tannine, leichte kräutrige Grasigkeit. Teer, immer wieder Pfeffer, aber auch diese sich durchziehende Süße.

Wasser: mehr warmes Lagerfeuer, etwas deutlichere Würze, Kumquat, süßer Rauch und ein Hauch Kaffee in der Nase. Erst etwas weicher, fast minzig am Gaumen, doch dann schlägt wieder das Biest zu. Ein wenig Anis, mehr Kaffe und auch Kakao kommen dazu.

Gesamteindruck: jung und ungezähmt, bei rauchigen Islay’s immer wieder sehr geschätzt, so auch hier. Da wirkt nix ungereift, hat in seiner jugendlich/rauchigen Heftigkeit absolut seine Berechtigung als Ergänzung der Ardbeg core range, besonders für Liebhaber des Teerigen und Fleischigen ;-). Mit knapp 40€ unterscheidet er sich preislich praktisch nicht vom 10y.o., ist aber das Geld als etwas wildere Alternative auf jeden Fall wert. “A monster of a dram”!