Kategorie-Archiv: Clubreise

Bevog Brauerei

Untenstehen findet Ihr einige Eindrücke unserer kleinen Club-Delegation vom Besuch der Bevog Brauerei in Bad Radkersburg. Diese ist uns ja aufgefallen, weil wir bei einer Pairing-Verkostung deren “Gallink” Bier, welches in Jameson Fässern gelagert wurde, verkostet haben und für äußerst gelungen fanden. Die Führung die wir in kleiner Gruppe genossen haben, war sehr ausführlich, informativ und kurzweilig gestaltet. Danach gab es eine kleine Auswahl von 4 Kostgläsern, begleitet von Brezeln und Käsewürfel. Um 10€ wohlfeil, wie wir finden. Die Preise für die zahlreichen Biere, die nach Amerikanisch/britischen Craft Style gebraut werden sind auch im Marktvergleich eher günstig, was nichts über die Qualität aussagt. Sehr vielfältig in Stilistik – von leichterem blonden Ale, über fruchtig-bittere IPA’s, gehaltvolle Porter und Oat beer sowie whitbeer – schmeckt sicher nicht jedem alles gleich gut. Alle sind aber handwerklich perfekt gemacht und man kann es daher auch durchwegs positiv formulieren: Da ist sicher für jeden was Ausgezeichnetes dabei. Von der “günstig” Bewertung ausgeschlossen ist zukünftig leider die gelegentlich aufgelegte Spezialserie der Fassgelagerten Biere. Den Preis von knapp 13€ für eine 0,33l Flasche (somit ein Preissprung um’s Doppelte im Vergleich zum Gallink) halten wir doch für überambitioniert.

Besuch der Brennerei Grünegg

Wie schon viele Jahre zuvor, haben wir auch heuer wieder der Jausenstation Grünegg in der Nähe des Hochkönig einen – diesmal besonders – winterlichen Besuch abgestattet, um uns ein bisserl überm Whisky Tellerrand weiterzubilden. Dort wird ja schon über viele Generationen destilliert. Bisher stand die Brennanlage eher unauffällig in einem Nebengebäude, um nicht zu sagen Stadel, man ließ die immer wieder zurecht und vielfach ausgezeichneten Brände für sich selbst sprechen. Da hat sich nun einiges getan, deshalb wollen wir mal ein wenig ausführlicher unsere Eindrücke berichten.
Ans alte Haus wurde ja schon vor ein paar Jahren im Zuge einer Erweiterung ein kleines Schnaps-Verkostungsgewölbe angebaut. Von diesem gelangt man nun direkt in den im Sommer 2018 neu errichteten Gebäudeteil, der nicht nur eine neue Bar und diverse schöne, indirekt beleuchtete Flaschendisplays bietet. Davor, und hinter großen Fensterflächen gleich beim Ankommen prominent sichtbar, trohnt die neue, deutlich größere Kothe Brennanlage, momentan eine der modernsten ihrer Art. Diese erlaubt mit Ihrer Feinbrandkolonne mit drei Böden und einem Dephlegmator nicht nur eine saubere Destillation für div. klassische Obstbrände, der Kupferhelm der – zwischen der Kolonne und dem Kondensator plazierten – Potstil, würde auch eine traditionelle Zweifachdestillation, etwa für Whiskyherstellung erlauben. Diesbezügliche Gedanken werden zwar von der Familie Rainer auch schon gewälzt, einstweilen bleibt man aber vor allem dem sehr breiten Obstbrände-Sortiment treu, erweitert einerseits um eine ganze Reihe Fassgelagerter Brände, andererseits um ein paar spannende Experimente, sowie den Highking Gin.

Doch nun zu den verkosteten Produkten. Die zuletzt erwähnten Experimente haben zwar möglicherweise das Potential die Geister zu scheiden, Brände wie “G’sundes Holz”, der gelungene Versuch die tollen Aromen des Zirbenholzes ins Glas zu bannen, wie auch die nach Wiesenblumen duftende “Bergheu” Version sind aber unserer Meinung nach genauso wert verkostet zu werden, wie der neue Blueberry Gin (basierend auf dem um mitdestillierte Heidelbeeren erweiterteten “Highking-Gin”, der dann mit etwas Heidelbeersaft auf 38%vol eingestellt wird) einen schönen stand-alone Drink darstellt, der Trinkspaßzu bereiten weiß.
Wirkliche Highlights findet man aber unserer Meinung nach unter den klassischen Obstbränden, hier seien besonders herausgehoben der aktuelle Vogelbeerbrand (ganz klassisch, genau so wie ein guter Vogelbeer sein soll, mit tollen Nußaromen und ausgeprägtem Marzipan in der Nase, den typisch würzigen Noten am Gaumen sowie einem Abgang der durch leichte grasige Noten wunderbar die zarte Süße ausballanziert), sowie der überaus gelungene Johannisbeerbrand (schön fruchtig, inkl. dem typisch würzigen Blätterduft der schwarzen Ribisel, mit einem tollen, unglaublich weichen Abgang).
Barrique Lagerung bei Obstbränden ist unserer bescheidenen Meinung nach sehr gefährdet, den Brandcharakter zu überlagern und damit keine Ausgewogenheit zu gewährleisten. Dies ist aber z.B.: beim “Apfel im Eichenfass” (der zurückhaltend “nur” für 3 Monate im Holz gelegen hat) wunderbar gelungen: nach den vollen, direkten, leicht süßlichen Fruchtnoten in der Nase, weist der Brand am Gaumen eine schöne Aromenergänzug durch die zarten Tannine und etwas Vanillin aus der Eiche auf. Im sauberen, weichen Abgang kommen dann vom Fass auch noch leichte geräucherte Noten dazu, die einen fast an etwas Schokolade denken lassen.

Die Preise sind, zumindest teilweise, nicht wirklich günstig, aber marktkonform und jedenfalls der durchwegs hohen Qualität entsprechend. Umso schöner ist es, dass die Glaspreise im Lokal nicht nur sehr moderat kalkuliert sind, darüber hinaus werden auch um nur 1€ Kostgläser angeboten. Das ermöglicht jeder/jedem selbst zu verkosten, was den jeweiligen Vorlieben entspricht, umso mehr, als gerade bei Obstbränden ja jeder Jahrgang durchaus unterschiedlich ausfallen kann.
Dass man hier auch ausgezeichnet und preiswert essen kann (insbesonders genannt werden müssen die perfekte, frische – weil regelmäßig selbst geräucherte – Forelle, sowie der weithin gerühmte Kaiserschmarren), soll hier auch nicht unerwähnt bleiben.
Ihr findet ein paar weitere Fotos auch auf unseren Facebook Beiträgen hier + hier.
Herzlichen Dank an die Familie Rainer für die Gastfreundschaft und großzügiges zur Verfügung stellen von Zeit und Infos.

Unser Besuch der Whisky Fair Limburg

Limburg1Diese Messe, die letztes Wochenende bereits das 17. Mal über die Bühne gegangen ist, ist sicher eine der interessanteren im Deutschsprachigen Raum. Das kleine Städtchen an der Lahn nimmt für ein Wochenende tausende an Whiskyfreaks mit offenen Armen auf (Zeit zusätzlich für Altstadtspaziergänge und Kaffee trinken einplanen tut Not!). Damit ist allerdings gleichzeitig auch schon ein gravierender Nachteil der ganzen Sause angeführt: Es ist alles dichtgedrängt! DSC00202Zimmer wollen lange im Voraus gebucht sein, Taxis für An- und Abreise ebenso vorbestellt werden (kurzfristig spielt’s da gar nix). Und auch auf der Messe selbst gibt es ein ziemliches Geschiebe und Gedränge. Speziell am Samstag-Nachmittag muss man vor den Ständen regelrecht Wartezeiten einplanen, Abends und am Sonntag wurde das aber doch etwas besser. Darüber hinaus gibt es kaum Negatives zu berichten, vielleicht noch zwei Punkte: Das Festival wird zu einem großen Teil von deutschen Händlern bestritten, DSC00209daher gibt es auf vielen Ständen zahlreiche Überschneidungen. Und die Glas-Ausschankpreise kennen wir von einigen Messen durchaus etwas günstiger. Andererseits – und damit sind wir schon bei den Benefits – ist das Angebot der zum Verkosten offenen Flaschen riesig, darunter nicht nur Aktuelles, sondern vor allem auch Unmengen an Raritäten und Abfüllungen aus längst vergangen Zeiten. Letzteres, weil auch diverse bekannte Sammler mit Ständen vertreten sind. Und der 31108291_1678954308850231_3023555885456815335_nTageseintritt ist mit 10€ recht günstig angesetzt. Auch die Messepreise für den Flaschenkauf sind teilweise sehr attraktiv. Die in der Josef Kohlmeier Halle vertretende Gastronomie ist solide, auch in der umliegenden Fußgängerzone findet man ein reiches Angebot an Essbarem, sodass man die Pausen gut mit „auftunken“ verbringen kann. Ohnehin ist am Rande der Altstadt und in dieser selbst, alles in wenigen Minuten gut zu Fuß zu erreichen.
Alles in Allem für die Whiskyliebhaberin / den Whiskyliebhaber –sofern er / sie „Menschenmassenfest“ ist, ein Erlebnis, dass man sich zumindest einmal im Leben gegeben haben sollte!
Eine ausführlichere Fotostrecke findet Ihr auf unserer facebook-Seite.


Karl-M. Wolffhardt (“maltfriends” Gründer) mit Personal von St. Kilian