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Whisky-Messe Graz

Wir waren mit einer kleinen Delegation bei der heurigen Whisky Messe im Panthersaal des Brauereigeländes Puntigam in Graz. Auch heuer konnte diese von Helmut “McSchully” Schulhofer organisierte Veranstalltung trotz Covid – unter einigen Sicherheitsauflagen – stattfinden. Da auch bei uns die Aktivitäten etwas eingeschränkter sind als sonst, daher gerade nix anstand, haben wir uns kurzerhand entschlossen einen kleinen Ausflug dorthin zu machen und Euch unsere Eindrücke zur Verfügung zu stellen.
Ohnehin eher überschaubar gehalten, waren heuer aufgrund der Umstände die Austeller noch etwas – die Besucher deutlich weniger als im Vorjahr, als die Messe zum ersten mal über die Bühne ging. Nichts desto trotz war genug zu tun für zwei Tage schnuppern und kosten, über die Eindrücke bei den “masterclasses” zu diskutieren und viele neue und schon bekannte Menschen aus der Szene zu treffen, somit “networking” zu betreiben.
Sehr umfangreich und informativ war die Glenmorangie/Ardbeg masterclass mit dem live via Internet zugeschalteten David Blackmore, wo neben Klassikern der Range neue Abfüllungen (Glenmorangie “A tale of cake”, Ardbeg “wee beastie”) zur Verkostung kamen. Obendrauf wurde noch ein Tröpfchen Ardbeg “twentysomething” 22y.o. draufgeträufelt, sehr fein.
Auch sonst gab es wirklich Spannendes bei den Ständen der Aussteller zu entdecken und verkosten, wiewohl wir die dram-Preise teiweise als recht hoch empfanden. Cadenhead hatte wie immer Spannendes im Köcher, nicht nur aktuelle und ältere Abfüllungen der Authentic Collection, auch Rum und Calvados waren in tollen Qualitäten verkostbar. Ähnlich sah es am Potstill Stand aus, die Wiener hatten einige tolle Dewar Rattray Flaschen zu bieten, sowie neue Abfüllungen von House of McCallum, zu deren Präsentation Antony McCallum eigens aus Schottland angereist war. Das Genuß am Gaumen Team (wo wir uns sehr gefreut haben uns persönlich kennen zu lernen) präsentierte neben Abfüllungen von Claxton’s, Blackadder und Single Cask UK auch stolz deren private cask von Kilchoman mit Calvados finish, sowie den Krinnawible Single Malt aus eigener, kleiner Produktion. Stolz nicht zu unrecht, wie wir nach erster (durchaus etwas skeptischer) Verkostung befunden haben. Da ist im kleinen Vorarlberg viel Liebe und Können in ein für österreichische Verhältnisse äußerst gelungenes Destillat gesteckt worden.
Da wäre dann anschließend gleich noch der Stand von Andreas Schmied zu erwähnen, der neben seinem Core Range Sortiment der Old Raven Single Malts noch ein paar Einzelfassproben im Gepäck hatte, mit denen er das Publikum und auch uns zu begeistern wusste.
Die Scotch Malt Whisky Society, wie immer kompetent vertreten durch Jutta und Thomas Unterguggenberger (zusätzlich war heuer auch Tochter Hanna fleißig unterstützend mit von der Partie), hatte einen gar nicht kleinen Ausschnitt Ihres aktuellen Outturns aufgefahren, auch die österreichischen Bottler Single Cask Collection waren mit einer Auswahl Ihrer Einzelfässer vertreten.
Die komplette Liste der Aussteller könnt Ihr hier nachlesen.

Alles in allem eine äußerst feine, durch die heurigen Umstände beinahe schon ungewollt – aber gelungen – familiäre Veranstaltung. Das Team und die Küche vom Brauhaus trugen noch zum stimmigen Gesamtpaket bei.
Von uns aus somit eine klare Empfehlung, danke an alle Beteiligten!
Auf unserer facebook Seite findet Ihr noch eine kleine Bilderstrecke mit Eindrücken.

Virtual tasting: Loch Lomond “Single Grain”

Nach den ganzen eher nobleren Abfüllungen zuletzt, wollten wir Euch mal was Einsteigermäßigeres präsentieren, zumindest was den Preis betrifft. Wobei von dem was dieser Whisky darstellt, er vielleicht gar nicht unter „Einsteiger“ eingeordnet gehörte. Zwar: easy drinking wäre da sehr gegeben, andererseits wieder: bei weitem nicht nur… Ach was, bildet Euch Eure eigene Meinung.
Um Euch dafür das notwendige Hintergrundwissen in die Hand zu geben erstmal ein paar hard facts, diese sind hier durchaus spannend, weil speziell.
Destilliert wurde in der Loch Lomond Destillery, welche sich ja durch die Vielfalt ihrer Whiskystile auszeichnet. Möglich wird diese Vielfalt, die sie von anderen Brennereien abhebt, durch den Einsatz höchst unterschiedlicher Brennapparate. So besitzt Loch Lomond nicht nur klassische pot stills, sondern auch „lomond stills“, sowie eine Collum (Coffey) still. Daher können nicht nur verschiedenste Malt Whiskys hergestellt werden (was noch durch unterschiedlichste peating levels vervielfacht wird), sondern auch Grain Whisky. Unserem Wissen nach wäre damit diese Brennerei auch die einzige Schottlands, in der sogar ein Single Blend hergestellt werden könnte (zumindest aktuell, früher gab’s diese Möglichkeit ja in ein paar Brennereien, wie etwa Ben Wyvis im Invergordon Grain Komplex, oder Inverleven am Gelände der Dumbarton Grain Brennerei. Wurde so aber nie gemacht und besagte Brennereien wurden ja auch unter eigenem Namen geführt).
Was haben wir nun diesmal für Euch im Glas gehabt: den sogenannten Loch Lomond “Single Grain”.

Der ist aber nicht, wie der Name vermuten lassen würde, mit “normalen” Grains zu vergleichen, da hier statt des sonst üblicherweise verwendeten Mais oder Weizen, 100% gemälzte Gerste verwendet wurde. Destilliert wurde allerdings auf der hauseigenen Säulenbrennanlage, der Coffey Still. Somit darf er sich seit der Änderung der gültigen Regularien 2009 nicht mehr als Single Malt bezeichnen, da selbiger seitdem aus einer Pot Still Anlage kommen muss. Damit liegt dieser Whisky aromatisch irgendwo zwischen jungen Grains und frischeren Single Malts, da die würzigere Gerste ihren Einfluß zeigt, überdies wurde für einen Säulenbrenndurchgang ein sehr früher cut point bei 83%vol gesetzt, was ebenfalls eine etwas robustere Aromatik mit sich bringt. Abgefüllt wird dann mit feinen 46%, nachdem 4-5 Jahre in ex Bourbon Fässern gelagert wurde, 20% davon first fill. Damit genug Hintergrundwissen vorgeplänkelt, wie tat er sich denn nun im Glas?

Nase: schwer vanillig (Schote!), kandierte Veilchen, Orangenblüten. Dahinter etwas metallische Jugendlichkeit ohne besonders unangenehm aufzufallen. Karamellisierte Banane, Zitrus und ein Hauch Ananas. Sehr süß-fruchtig das Ganze.

Geschmack: hier schlägt nun das Malz durch, überraschend etwas salzige Schokolade, vom ganzen Obst der Nase bleibt am Gaumen vor allem sowas wie Dosenpfirsich über, samt leicht karamelligen Röstaromen.

Abgang: mittellang, ölig-vanillig, sehr süß, aber auch etwas Holzwürze (mit Zimt).

Gesamteindruck: Wir sind eher zufällig über diese Flasche gestolpert, als Lückenfüller wurde er letztens mitbestellt, um auf eine Versandfreie Lieferung zu kommen. Wir haben uns nicht übermäßig viel erwartet, doch dann präsentierte sich dieses Teil überraschend dicht in der Aromatik (verträgt sogar ein Tröpfchen Wasser, obwohl er es nicht braucht) und weiß wirklich zu gefallen und Trinkspaß zu bereiten, zumindet uns. Besonders erwähnenswert ist diesbezüglich das Top Preis Leistungs Verhältnis, denn diese Flasche ist um unter 25€ zu bekommen.
Ob er Euch auch schmeckt, könnt Ihr bei unserem September Tasting im Raben schauen, da werden wir Euch diese Abfüllung präsentieren. Bis dahin… Slainthe!

Erster Herbsttermin im Raben

Nach der Sommerpause, sowie einem privaten Clubtermin Ende August anlässlich der Abfüllung unseres Clubfasses, geht es wieder los mit den Herbstverkostungen, sofern es die Entwicklung rund um Corona zulässt. Wir starten mit dem September Fixtermin (dritter Samstag des Monats) in der Brauwerkstatt des Schwarzen Raben:


Sa. 19. Sept. 2020, 19:00;
Überblicksverkostung im Schwarzen Raben:
“Peaty Stuff”
Anmelden
Wo: Schwarzer Rabe, Ottakringerstrasse 180
Beitrag: 43€ (39€ für “maltfriends” Mitglieder)

Entsprechend des Titels wird es diverse Abfüllungen von sanft bis heftig rauchig geben, inklusive zweier Neuerscheinungen aus dem Hause Ardbeg. Wir freuen uns sehr auf Eure Anmeldungen und ein Wiedersehen zum Genießen und Fachsimpeln bei guten Malts!

Virtual tasting: Ardbeg “Blaack”

Es war wieder mal soweit: der Ardbeg Day ging über die Bühne (diesmal auch virtuell mit div. Aktivitäten im Web) und die Flaschen der diesjährigen Sonderabfüllung (die auch gleich das 20 jährige Bestehen des Ardbeg Committees feiert) im general release sind verfügbar, daher wollten wir Euch unsere ersten Eindrücke nicht vorenthalten. Somit ein (quickes) virtual tasting #4.
Was kam da diesmal für den “Blaaack” – wie er genannt wurde – in die Flasche, bei Ardbeg? Wie üblich gab’s viel marketing fuzz und wenig Substantielles zu erfahren, vor allem wieder keine Altersangabe. Die Reifung erfolgte diesmal auch in Ex-Pinot Noir Fässern, die aus Neuseeland herangeschafft wurden. Abgefüllt wurde mit 46% und wie bei Ardbeg dankenswerterweise üblich ohne Kühlfiltrierung und Nachfärbung. Mehr wissen wir nicht, damit zum tasting!

Nase: gleich mal der typisch süß-fleischige Ardbeg Rauch, mit Teer und Leder, hier aber schön ergänzt durch die durchaus deutlichen Einflüsse der speziellen Fässer: rote Früchte (Kirsche, Waldbeeren und etwas schwarze Johannisbeere) sowie spürbare Tannine. Später kommt noch Vanille und Schokobanane dazu.

Geschmack: zu den Aromen der Nase kommt am Gaumen noch ein nussiger Anklang dazu (Mandeln?). Außerdem schieben sich mehr die Holznoten in den Vordergrund, natürlich angekohlt. Etwas Anis und Salzigkeit.

Abgang: Mineralisch-salzig bleibt schöner Holz-Rauch stehen, begleitet von Chili und Pfeffernoten, Espresso und noch einem Hauch Bitterschoki.

Gesamteindruck: Ihr könnt schon herauslesen: er hat uns gefallen der “Blaaack”, harmonisch ist er und Trinkspaß weiß er zu bereiten. Einerseits typisch Ardbegisch kommt er daher, dann wieder auch gar nicht. Sicher einer der besseren in der Serie der Ardbeg Day Bottlings. Und – besonders mit dem heurigen Preisanstieg auf rund 130€ – zu teuer für’s Gebotene. Das Moet Hennesy marketing fuzz Problem also, wieder mal.
Kommt demnächst zu den langsam wieder anlaufenden “maltfriends” Tastings… Slainthe!

Es geht wieder los: Tasting im Schwarzen Raben!

Wir freuen uns, Euch mitteilen zu können, dass wir wieder losstarten können. Die Clubtermine finden vorläufig noch privat statt, aber es gibt im Juni eine öffentliche Whiskyverkostung in der Brauwerkstatt des Schwarzen Raben:

Sa. 20. Juni 2020, 19:00;
Überblicksverkostung im Schwarzen Raben:
“Independent Bottler: Single Malts + Malt Blends”
Anmelden
Wo: Schwarzer Rabe, Ottakringerstrasse 180
Beitrag: 42€ (38€ für “maltfriends” Mitglieder)

Wir freuen uns sehr auf Eure Anmeldugen und ein Wiedersehen zum Genießen und Fachsimpeln bei guten Malts!

Virtual tasting: Mackinlay Rare Old

Another one: Virtual tasting #3: ein ganz besonderer Tropfen, den wir Euch diesmal vorstellen wollen. Wir sprechen von der Replika des Mackinlay Rare Old Scotch. Dieser Whisky wurde von Sir Richard “the nose” Paterson sozusagen nachgebaut. Die Vorlage war ein Whisky, den Ernest Shackleton Anfang des 20. Jahrhunderts auf seine berühmte Antarktis Mission mitgenommen hatte. Diese stand ja nicht unter dem allerbesten Stern und es mussten in einer Schutzhütte neben anderen Gegenständen auch einige Flaschen zurückgelassen werden. Diese wurden dann 2007 wiederentdeckt und die Firma Whyte&Mackay, in welcher die Marke Mackinlay aufgegangen war, beauftragte eben nach Laboranalysen deren Master Blender Paterson mit dieser Replica. Hier findet Ihr eine Werbe Doku zu der recht gut gemachten Marketing Kampagne. Wir verkosten die erste Version Namens Discovery, die nachfolgende “The Journey” war nicht ganz so gut wie die erste und besonders die jetzt im Travel Retail Segment erhältliche neue “Shackleton” Version darf mit Fug und Recht als schwach bezeichnet werden. Nicht so der Erstling, von dem wir lange keine Flasche unter die Finger bekommen hatten und eigentlich die Hoffnung schon aufgegeben hatten, den noch jemals zu vernünftigem Preis verkosten zu können. Vor nicht allzu langer Zeit hat es dann doch noch bei einer Auktion geklappt und wir haben eine dieser auch optisch im alten Stil gehaltenen Flasche ersteigert.
Das ganze ist ein Blended Malt, samt Anteilen von raren Glen Mhor Whiskys, Dalmore, Pulteney und Jura sind als Hauptmarken der Firma natürlich auch mit von der Partie, ansonsten unter anderen auch Benriach, Mannochmore, Tamnavulin. Es finden sich in der Komposition Malts mit Lagerzeiten zwischen 8 und 30 Jahren, vermählt in Sherry Fässern und abgefüllt mit 47,3%. Genug des Vorgeplänkels, also los!

Nase: sanfter Torfrauch samt etwas Fleischigkeit, etwas bittere getoastete Eichenholznoten gleich dahinter, ausbalanciert durch fruchtige Süße. Ein wenig Heu und Heidekraut liegt auch noch auf dem Mälzboden herum.

Geschmack: sehr öliger Antritt, mit leichter Süße, Pfeffer und etwas frischen Minzenoten, wird deutlich bitterer als die Nase vermuten lässt, aber gerade noch nicht unangenehm, die deutliche Eichenholzfracht unterlegt mit etwas Zimt und Asche

Abgang: Asche bleibt, dazu Karamellnoten und Vanille, knochentrockene Eichenholzaromen mit einem Hauch Tabak und Nussigkeit

mit etwas Wasser: definiertere Fruchtnoten (Ananas, Citrus), mehr Pfeffer, auch schon in der Nase. Fast schon zu viel Holz, im Abgang leicht schräge Grasigkeit

Gesamteindruck: ohne Wasser ein wenig ausbalancierter, erinnert etwas an längst vergangene alte Highland Park Abfüllungen. Sehr spannend! Und zumindest die Clubmitglieder werden Gelegenheit bekommen nachzuverkosten!

Virtual tasting: Glenmorangie finest Reserve 19 years old

Corona time, virtual tasting #2: wir hatten dieser Tage den nicht mehr ganz neuen, bei uns aber nicht so oft gesehenen Glenmorangie 19y.o. im Glas.

Mit 43% in die Flasche gekommen, war diese Abfüllung ursprünglich für den Travel Retail Markt vorgesehen, landete aber, wie in den letzten Jahren so oft, binnen kurzer Zeit auch bei div. Händlern, zumindest im Online Segment. Gelagert wurde ausschließlich in Ex-Bourbon Fässern aus amerikanischer Weißeiche. Dann schauen wir mal, ob dieser Tropfen den Untertitel “Finest Reserve” zurecht trägt.

Nase: Banane mit Vanillezucker, Marillen und leichte Kräutertönigkeit, später etwas Ananas, alles in allem die typisch, weiche Glenmo-Fruchtigkeit.

Geschmack: wieder die Banane, aber nur kurz beim Antritt, sehr süß, fast Sirupartig legt er sich dann auf die Zunge, dunkler als in der Nase, mit sich langsam entwickelnder Holzwürze, ausballanciert von frischeren, dezenten Zitrusnoten.

Abgang: diesen empfanden wir im Gegensatz zu einigen anderen Rezensionen eher kurz, fast unspäktakulär. Etwas Grasigkeit gesellt sich zu den Aromen, wenn man ihm noch etwas Luft lässt, kommen auch noch ein wenig Zimt und nochmal fruchtige Noten dazu. Vom Anfang bis zum Ende durchzieht übrigens alles ein sehr dezenter, angenehmer Minzton.

Gesamteindruck: klingt alles nach einem feinen, entspannten “easy drinking” Erlebnis, ohne Langeweile aufkommen zu lassen, mit kleinen Schwächen beim Abgang (aber das ist Jammern auf hohem Niveau). Und genau so ist es auch. Wäre da nicht der Preis, der einen ob des Gebotenen (auch noch – wie bei Glenmorangie leider oft – gefärbt) eher unentspannt zurücklässt, zumindest uns. Für’s 70 – 80€ Segment wäre das ein feiner dram. die üblicherweise aufgerufenen rund 120€, manchmal auch deutlich drüber, erscheinen uns deutlich zu viel für diesen zurückhaltenden Schmeichler. Trotz der 19 Lagerungs-Jahre, da gibt es um’s selbe Geld deutlich spannendere Alternativen. Insofern, obwohl für recht gut befunden, leider keine Kaufempfehlung von den “maltfriends”.

Virtual tasting Ardbeg “wee beastie” 5 years old

In dieser offenbar noch länger andauernden Verkostungslosen Zeit, dachten wir, wir teilen ein paar Eindrücke mit Euch, damit Ihr inzwischen a bissl was zum lesen und eventuellen nachverkosten habt. Wir starten diese Rubrik mit was Neuem, das trotz der Umstände gerade den Weg zu uns gefunden hat. Und – davon sind wir überzeugt, soviel soll schon verraten sein – sicher seine Fans finden wird, wenn wir es dann hoffentlich bald mal auch live “in echt” vorstellen können.

Es geht um den neuen jungen Wilden aus dem Hause Ardbeg, den 5 jährig abgefüllten “wee beastie”, der hauptsächlich in Ex-Bourbon Barrels lagerte, mit einem kleinen Anteil beigemischter Ex-Oloroso Sherry Casks. Die Alkoholgradierung ist mit 47,4%vol schon wieder mal so eine “cask strength – look alike” Abfüllung, aber wer von uns Whisky-Geeks will da schon jammern, wenn neben “non chill filtered” immerhin ein bissl mehr Alkoholstärke in die Flasche kommt, runterwassern geht ja dann immer noch :-). Soviel zu den hard facts, kommen wir zur Verkostung.

Nase: überraschend süß, deutlich rauchig-teerig, ein Hauch von roten Beeren, etwas Vanille und Citrus, ein zarter Eindruck frischer Äpfel.

Geschmack: ordentlich Pfeffer, leicht salzig, dann wieder die Süße, aber zurückhaltender, insges. mehr Bourbon-driven: Vanille, leicht karamellisierter Zucker, etwas Malz, fleischiger Rauch!

Abgang: nach und nach etwas mehr Fasswürze und Tannine, leichte kräutrige Grasigkeit. Teer, immer wieder Pfeffer, aber auch diese sich durchziehende Süße.

Wasser: mehr warmes Lagerfeuer, etwas deutlichere Würze, Kumquat, süßer Rauch und ein Hauch Kaffee in der Nase. Erst etwas weicher, fast minzig am Gaumen, doch dann schlägt wieder das Biest zu. Ein wenig Anis, mehr Kaffe und auch Kakao kommen dazu.

Gesamteindruck: jung und ungezähmt, bei rauchigen Islay’s immer wieder sehr geschätzt, so auch hier. Da wirkt nix ungereift, hat in seiner jugendlich/rauchigen Heftigkeit absolut seine Berechtigung als Ergänzung der Ardbeg core range, besonders für Liebhaber des Teerigen und Fleischigen ;-). Mit knapp 40€ unterscheidet er sich preislich praktisch nicht vom 10y.o., ist aber das Geld als etwas wildere Alternative auf jeden Fall wert. “A monster of a dram”!

Zwei Termine im März

Der März Clubtermin (für Gäste offen) findet diesmal nicht wie üblich Freitags, sondern auch an einem Samstag statt! Und in der Brauwerkstatt des Raben gibt’s wieder den üblichen Fixtermin am 3. Samstag des Monats.

Sa. 7. März 2020, 18:30;
Offener Clubabend:
“Kleine Knockdhu Masterclass + some peaty stuff”
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Wo: Teenorissimo, Wittegasse 2

Sa. 21. März 2020, 19:30;
Überblicksverkostung im Schwarzen Raben:
“Independent Bottler: Single Malts + Malt Blends”
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Wo: Schwarzer Rabe, Ottakringerstrasse 180
Beitrag: 42€ (38€ für “maltfriends” Mitglieder)

Erste Verkostungen 2020

Nach dem privaten Whisky-Espresso-Schoki Pairings Clubabend gibt es zum Anfang des Jahres den üblichen Jänner-Fixtermin im Raben (immer im Zweimonatsrhythmus, am 3. Sa. des jeweiligen Monats). Im Februar dann wieder einen für Gäste offenen Clubabend im Teenorissimo mit Spezialthema. Wie immer bekommen alle, die sich zum Newsletter angemeldet haben, zeitnah noch Infos zu den jeweiligen Terminen. Wir würden uns freuen, Euch im neuen Jahr wieder begrüßen zu dürfen.


Sa. 18. Jänner 2020, 19:30;
Überblicksverkostung im Schwarzen Raben:
“Diageo, von Grain+Malts, + Game of Thrones Abfüllungen”
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Wo: Schwarzer Rabe, Ottakringerstrasse 180
Beitrag: 42€ (39€ für “maltfriends” Mitglieder)

Fr. 14. Feber 2020, 18:30;
Offener Clubabend:
“Kleine Linkwood Masterclass + some peaty stuff”
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Wo: Teenorissimo, Wittegasse 2